01.01.2020 - 22.07.2020
Veranstaltungsart: Sonstiges

Während des Baus wurde zum ersten Mal seit den 1970er Jahren das Mauerwerk der alten Schule freigelegt, dessen Zusammensetzung viele Überraschungen brachte.

Die alte Schule ist wohl der älteste erhaltene Teil des mittelalterlichen Klosters in Louka. Die Zusammensetzung von Stein- und Ziegelmauerwerk erzählt von zahlreichen Rekonstruktionen und Umbauten, bei denen nicht nur jedes Fenster in den 800 Jahren der Gebäudegeschichte mehrmals seinen Platz und seine Größe geändert hat, sondern auch die Bodenebenen des Gebäudes. Die zahlreichen Reparaturen an den Fassaden und im Innenraum zeigen beispielsweise, dass die breiten Renaissancefenster mehr als einen Meter unter dem Niveau der aktuellen Fenster standen. Und dass das Gebäude im Barock wahrscheinlich nur kleine Fenster hatte, als ein Teil des Gebäudes als Getreidespeicher gedient haben könnte.

Die am besten lesbare Schicht des Gebäudes ist jedoch die Anpassung an die Schule, die in mehreren Phasen erfolgte. Das vorletzte Erscheinungsbild der alten Schule ist sogar in Fotografien aus den 1920er Jahren festgehalten. Leider ging die ursprünglich dekorative historische Fassade beim letzten Wiederaufbau der Alten Schule in den 1970er Jahren verloren. Zu diesem Zeitpunkt wurde der ursprüngliche Kalkputz vollständig entfernt. Wahrscheinlich zusammen mit einigen Teilen des ursprünglichen Mauerwerks und sicherlich zusammen mit allen Schichten historischen Putzes. Diese sind nur in wenigen kleinen Fragmenten erhalten. Aber dank denen, die wir kennen, war in der Renaissance das gesamte Gebäude mit Umschlag-Sgraffito bedeckt und hatte rote Ecken.

Leider wurde die neue Fassade zu dieser Zeit auf völlig unangemessene Weise hergestellt. Eine dicke Schicht Zementmörtel versiegelte das Gebäude hermetisch und ließ Feuchtigkeit und Salz hoch in das Mauerwerk des Erdgeschosses aufsteigen. Die sorgfältige Entfernung dieses sehr harten Putzes aus dem historischen Mauerwerk dauerte mehrere Monate.

Merkwürdig ist, dass wir aufgrund des Gerüsts nicht sehen konnten, wie die unbedeckten Fassaden als Ganzes auf unseren eigenen Augen aussahen. Da das gesamte Gebäude jedoch ständig sehr sorgfältig dokumentiert wird, konnten wir das 3D-Modell des Gebäudes aus den Fotos rekonstruieren und das Gerüst in 3D-Software löschen, um die wahre Form der großen Fassaden zu enthüllen.

Eine gewisse Enttäuschung für uns war, dass unter dem modernen Putz weder mittelalterliche Fenster noch andere Bauelemente wie die Konsolen der Gewölbe des Kreuzgangs auftauchten. Das genaue Erscheinungsbild der Fassaden eines mittelalterlichen Klosters wird uns daher wahrscheinlich für immer ein Rätsel bleiben.

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