11.10.2018
Veranstaltungsart: Pressemitteilung

Im Rahmen der Exkursion am 11.10.2018 zum Thema Kulturerbe und Digitalisierung erhielten die Teilnehmer Einblicke in Möglichkeiten und Ergebnisse der Digitalisierung von Kulturerbe.

Historische Stätten, ein Fotoatelier, das sich mit der Lagerung alter Bilder beschäftigt, sowie die Südböhmische Universität waren die Stationen. Organisiert wurde der Know-how Transfer von der NÖ.Regional.GmbH im Rahmen des Interreg-Projektes "Connecting Regions AT-CZ".

Digitalisierung hält Einzug in alle Lebens- und Arbeitsbereiche, so auch in die Bewahrung von Kulturerbe. Die Europäische Union unterstützt durch die Interreg-Programme unter anderem auch die Bewahrung von Kultur- und Naturerbe und legt dabei einen Schwerpunkt auf die Digitalisierung der vorhandenen historischen Daten und Materialien. Im Zuge des Projekts „ConnReg AT-CZ“ führte eine Exkursion von Niederösterreich nach Krumau und Budweis, um zwei Projekte kennen zu lernen, die sich mit der Digitalisierung von historischen Daten grenzüberschreitend beschäftigen und durch das EU-Programm ETZ Freistaat Bayern – Tschechische Republik (Interreg V) gefördert werden.

Das Museum Fotoatelier Seidel in Krumau entpuppte sich als eine wahre Fundgrube für alle Fotoliebhaber, Historiker und Museumsbetreiber. Tausende Fotos von der Jahrhundertwende bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden von Josef Seidel und seinem Sohn Franz angefertigt und aufbewahrt. Landschaftsbilder und Porträts, die einen wunderbaren und unschätzbaren Einblick in das Leben zur damaligen Zeit geben. Diese Fotos werden nun in Verbindung mit Aufnahmen von Flugscannern für die digitale Rekonstruktion von verschwundenen (zerstörten) Dörfern in der Bayerisch-Böhmischen Grenzregion im Zuge des EU geförderten Projekts „Photostruk“ verwendet. Dadurch entstehen Bilder, die die Dörfer, die im Zuge des Baus des Eisernen Vorhangs oder beim Bau von Stauseen eliminiert wurden, virtuell auferstehen lassen.

PhDr. Radka Bunešová von der Südböhmischen Universität und ihr Kollegenteam präsentierten danach in Budweis die Kooperation mit dem Südböhmischen Museum und dem Museum Deggendorf in Bayern. Durch das Projekt „MUZEUM uploaded“ wird nicht nur die oben beschriebene Datendigitalisierung in die kooperierenden Museen übernommen sondern es halten moderne Technologien und Software Einzug in die beteiligten Museen. Beeindruckend sind z.B. die Möglichkeiten des Buchscanners, der im Zuge des Interreg-Projekts angeschafft werden konnte. Alte wertvolle Bücher können schonend gescannt werden und somit der Öffentlichkeit über ein Webportal zugänglich gemacht werden. Gleichzeitig werden die Bücher in der digitalen Version für kommende Generationen erhalten.

Das erfordert auch Überlegungen wie kommende Generationen, vor allem auch Kinder und Jugendliche durch Museen über moderne Medien angesprochen werden können. Im Projekt „Muzeum uploaded“ werden daher auch die MuseumsmitarbeiterInnen auf das moderne Zielpublikum und auf den Umgang mit sozialen Medien und digitalen Daten geschult.

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